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Sven-Christian Kindler (MdB) besucht die Politikleistungskurse

Wedemark (r/j). „In 50 Jahren? Da wird es eine Klima-Apartheid geben. Dann werden wir uns nicht mehr darüber unterhalten, ob es okay ist, auf der Autobahn mit 200 Stundenkilometern zu rasen oder nicht. Dann wird es darum gehen, die Grenzen zu überwachen, damit die Millionen Klima-Flüchtlinge nicht nach Europa kommen. Damit die weißen westlichen Nationen ihr Überleben sichern können.“ „Verbotspartei? Das ist ein Kampfbegriff gegen die Grünen. Die CDU verbietet die Legalisierung von Cannabis. Wir sind für eine Legalisierung. Wer ist die Verbotspartei?“ Provokant und überzeugend trat Sven-Christian Kindler am vergangenen Dienstag vor die Schüler der Politik-Leistungskurse des Gymnasiums und sorgte für erstaunte Gesichter, zustimmendes Kopfnicken und aufmerksame Stille. Die Jung-Politiker des 12. Jahrgangs hatten zu einer Gesprächsrunde geladen. Als erster ist der Bundestagsabgeordnete der Grünen Sven-Christian Kindler gekommen. In den nächsten Monaten werden die Schüler auch Politiker der CDU, der FDP, der SPD, der Linken und auch der AfD in den Klassenraum einladen, um sich ein Bild von der Bundes- und Landespolitik zu machen. Den Auftakt machten die Grünen. Im Allzeit-Umfragehoch war es die Partei, die die Schüler besonders interessierte. Wird die Partei Regierungsverantwortung tragen können? Wie schätzt der 34-jährige Kindler das Klimapaket der Bundesregierung und den Green-Deal der Europäischen Union ein? Wie steht er zu zivilem Ungehorsam wie den ­Bewegungen „Ende Gelände“ oder „Friday for Future“? Die Antworten des inzwischen zweifachen Familienvaters aus Hannover-Linden waren schülernah, frech und für viele Schüler verblüffend: Solange der zivile Ungehorsam sich ­gegen Vorgaben richtet, die man als nicht akzeptabel empfindet, wie zum Beispiel den Braunkohleabbau oder die Rodung des Hambacher Forstes, sei es nur gut und richtig , sich gegen den Staat aufzulehnen, so der Grüne, der für seine Fraktion seit ­nunmehr elf Jahren im Finanz- und Haushaltsausschuss des Bundestages sitzt. „Er hat Lust auf Politik gemacht,“ meint die 18-jährige Hannah, die zusammen mit drei weiteren Schülerinnen das Gespräch moderierte. „Seine Antworten wirkten fundiert und er war sehr locker und souverän“, berichtet Svenja sichtlich stolz. Sie hatte den Vorschlag gemacht, den Politiker einzuladen, hatte Termine und Ablauf der Talkrunde zusammen mit den Schülern des Parallelkurses geplant. Die Schüler freuen sich auf eine Fortsetzung der Talkrunde. Das nächste Mal am 10. Februar mit Christian Grascha, FDP.

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