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Wenn es gut läuft, gibt es den „Lolli-Schnelltest” für alle Kitas

Wedemark (jo). Inzwischen laufen nicht nur in der KitamiTu in Mellendorf die regelmäßigen Schnelltest der Kita-Kinder, auch in der Kindertagesstätte Zwergenburg in Elze und im integrativen Kindergarten Domino in Mellendorf haben Eltern mit medizinischer Ausbildung diese Aufgabe übernommen. Zahnarzt Marco Kurz, einer der Initiatoren für diese Aktion und selbst Vater eines der Kita Kinder, zog jetzt zusammen mit seinen Mitstreitern Martin Bröckert und Steffen Treiß sowie Moritz Schröder und Victoria Norden erste  Zwischenbilanz: „Wir haben kurz vor Ostern mit dem Testen hier in der KitamiTu begonnen und andere Kolleginnen und Kollegen aufgerufen, sich ähnlich wie wir ehrenamtlich zu engagieren”, sagte er. Allerdings sei es auf diese Weise nicht möglich, alle 19 Kitas in der Wedemark abzudecken: „Deshalb werden wir die Strategie in Zukunft ändern und Dank der hohen Flexibilität der Gemeindeverwaltung und Bürgermeister Helge Zychlinski können wir damit voraussichtlich sehr zügig starten.” Neu wird sein, dass künftig die Eltern bereits zu Hause ihre Kinder mit einem speziell auf die Bedürfnisse der Kleinen abgestimmten Test-Kit sdie Tests elbst durchführen können. Beim sogenannten „Lolli-Test” ist auf den ersten Blick kein Unterschied zu einem normalen Schnelltest für zu Hause zu erkennen, lediglich das Stäbchen mit dem Tupfer ist etwas kürzer: „Beim Lolli-Test wird der Abstrich nicht im tiefen Rachen oder in der Nasenwand abgenommen, sondern der Speichel unter der Zunge reicht aus”, erklärte Kurz. Und er setzte hintendran: „Man kann sich nicht frei testen. Das ist lediglich eine Momentaufnahme.” Sehr wohl aber seien regelmäßige Tests in sogenannten Clustern oder in Kohorten wie etwa in der Schule, im Hort oder auch am Arbeitsplatz sehr sinnvoll: „Das sind jeweils feste Gruppen. Und wenn wir im besten Fall zweimal in der Woche testen können, dann haben wir eine Chance, Infektionsketten frühzeitig zu unterbrechen.” Sollte ein Test positiv ausfallen, dann sei sofortige Reaktion gefragt: „Dann muss eine solche Gruppe unverzüglich geschlossen werden und nicht erst, wenn das Ergebnis des dann folgenden PCR-Tests vorliegt.“ Das bestätigte auch Zychlinski, denn genau so verfahre die Gemeinde, wenn ein positives Testergebnis gemeldet werde: „Bisher haben wir mit diesen Maßnahmen auch gute Erfahrungen gemacht. In der Mellendorfer KitamiTu werden aktuell 75 Kinder in der Notbetreuung betreut, bis vor einer Woche waren es noch zehn Kinder weniger. „Wir mussten reagieren, denn die Not der Eltern und der Bedarf an solchen Plätzen war derartig groß, dass wir durch Personalverschiebungen im Bewegungsraum der Kita eine weitere Notgruppe einrichten mussten”, erläuterte er die aktuelle Situation. Entsprechend höher war demnach am vergangenen Montag auch die Zahl der Kinder, die an diesem Tag noch mit dem alten Verfahren getestet wurden: „Wir haben eine Beteiligung von fast 90 Prozent erreichen können, in den vergangenen Wochen hat die Akzeptanz bei den Eltern deutlich zugenommen”, sagte Treiß. Mit der neuen Strategie der Lolli-Tests hoffen alle Beteiligten, das Testen deutlich breiter streuen zu können: „Wir haben damit die Chance, das Infektionsrisiko um mindestens 30 Prozent zu reduzieren.” Entsprechende Test-Kits sind in der Kita bereits an die Eltern verteilt worden, die nun am kommenden Montag zum ersten Mal den Test zuhause mit den Kindern durchführen können: „Wir wollen jetzt hier erst einmal starten und sehen, wie es von den Eltern akzeptiert wird. Wenn es gut läuft, werden wir nicht nur unsere kommunalen Kitas damit versorgen, sondern werden auch mit den freien Trägern sprechen.” Gesichert sein müsse die Beschaffung: „Zunächst können wir bis etwa Juli einmal in der Woche testen, es wird sich zeigen, ob auch eine zweimalige Testung pro Woche möglich wird.” Für die Finanzierung der Aktion rechne die Gemeinde mit etwa 110 bis 120.000 Euro: „Es sieht leider nicht so aus, als würden sich Bund oder Land an diesen Kosten beteiligen. Das wird uns aber nicht abschrecken, diesen Weg weiter zu gehen und dabei auch die Tagesmütter und die dort rund 100 betreuten Kinder mit einzubeziehen.”

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