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Schließzeiten der Schranken könnten deutlich kürzer sein

Wedemark (jo). Das kennt jeder, der auf den Straßen in der Gemeinde Wedemark unterwegs ist. Immer wieder wird die flüssige Fahrt mit dem Auto oder mit dem Rad unterbrochen, weil sich die Schranken schließen. Fußgängern geht es nicht anders, sie müssen wie alle anderen Verkehrsteilnehmer warten, bis sich die rot-weißen Balken wieder heben und den Weg frei geben. Für FDP-Ratsherr Erik van der Vorm ein Zustand, mit dem er schon seit Jahren nicht einverstanden is. Immer wieder hat er in der Vergangenheit die teils langen Schließzeiten moniert und Nachbesserung gefordert. Im letzten Jahr hat er neben dem Fraktionschef der FDP im Landtag, Dr. Stefan Birkner, auch den Bundestagsabgeordneten Grigorios Agelidis mit ins Boot geholt. Schon im August und nochmal Anfang Dezember haben FDP-Abgeordnete eine entsprechende Anfrage an den Bundestag gestellt und gefragt, wie es mit dem Zustand der Schieneninfrastruktur in Niedersachsen aussieht. Konkret beinhaltet das Papier auch die Frage danach, wieviele Bahnübergänge es nach Kenntnis der Bundesregierung in Niedersachsen überhaupt gibt. Für das ganze Land wurden 790 höhengleiche Bahnübergänge aufgelistet, für die Region Hannover insgesamt 62. Und erstaunlich: Rund 20 Prozent dieser Übergänge sind bis heute auf dem technischen Stand der sechziger Jahre: „Noch nicht beantwortet ist die Frage, wie es in der Wedemark aussieht, hier gibt es neben den großen Übergängen in Bissendorf, Wennebostel, Mellendorf und Elze noch fünf weitere”, rechnete van der Vorm vor”. Leider beinhalte die erfolgte Antwort der Bundesregierung nicht, auf welchem technischen Stand genau diese Bahnübergänge aktuell sind. „Die Beantwortung dieser Frage ist weitergeleitet worden an das Land und an die Bahn”, sagte Agelidis: „Wir wissen, dass moderne Technik die Schließzeiten deutlich verringern kann”. Dies gelte nicht für die Geschwindigkeit, in denen die Schranken umgestellt werden, sondern für die Technik in den Ein- und Ausfahrtzonen der einzelnen Gleise, die entsprechend modernisiert werden müsse, damit die Frequenzen deutlich verkürzt werden können. Laut Angaben der Bahn sei die Möglichkeit der Streckenausnutzung mit einer digitalen Technik deutlich höher, die Taktung der einzelnen Züge könnte damit enger geschehen, erläuterte Birkner. Und nicht zuletzt deshalb gehe jetzt die Forderung Richtung Bundesregierung und Bahn, nach einer entsprechenden Umrüstung der Strecke: „Es geht hier um Bahnübergänge, die an einer offiziellen Umleitungsstrecke der Bundesautobahn liegen”, erklärte Birkner. „Eine Umrüstung würde weniger Belastung für die Bürger bedeuten, die Wartezeiten verkürzen und den gesamten Verkehr besser fließen lassen”, ergänzte Agelidis. Für Erik van der Vorm eine dringende Maßnahme, denn nicht zuletzt durch die Baugebiete in Elze, Mellendorf und Bissendorf werde der Verkehr eher noch weiter zunehmen: „Das von der Gemeinde Wedemark in Auftrag gegebene Verkehrsgutachten sagt aus, dass aktuell die Schranken in jeder Stunde mindestens 15 Minuten geschlossen sind”. Wenn dann auch noch der durch die Neubaugebiete zu erwartende Autoverkehr weiter zunehme, dann könne es vor allem im Bereich Wedemarkstraße / Schaumburgerstraße mit Anschluss zum Bahnhof noch mehr Probleme geben, als sie aktuell schon vorhanden seien.

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