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Renaturierte Heidefläche auf einem Rundweg erkunden

Resse (jo). Vor gut 30 Jahren war sie noch gut zu erkennen, die kleine Heidefläche am Rande des Resser Moores. Im Laufe der Zeit hat sich die Vegetation ausgebreitet, Bäume wie Birken und Kiefern sind hochgewachsen und haben die Heide immer mehr verdrängt. Gleich neben dem Resser Sportplatz soll sie nun wieder aufblühen und dann die Besucher des Moorerlebnispfades empfangen. Umfangreiche Arbeiten dafür sind mittlerweile abgeschlossen, die Fläche bis auf wenige Bäume gerodet, ein Pfad angelegt und auch eine entsprechenden Beschilderung mit Info-Tafeln ist bereits in Arbeit. Wert wurde bei der Planung auch auf die Barrierefreiheit gelegt, wie Marcel Hollenbach vom Team Naturschutz / Hannoversche Moorgeest betonte: „Noch ist nicht alles fertig, im Mai kann dieser Abschnitt, der als Verbindung zum Moorerlebnispfad gedacht ist, offiziell übergeben werden”. Vorab hatten Mitglieder des Behindertenbeirates der Gemeinde Wedemark jetzt die Möglichkeit, die Wege auf ihre Barrierefreiheit zu prüfen. An den Kanten der mit feinem Splitt befestigten Wege führt ein Metallband, das zum Beispiel Sehbehinderten bei der Orientierung helfen soll. Auch mit dem Rollstuhl soll sich der Weg befahren lassen: „Das schaffe ich aber nicht allein”, stellte Sprecherin Gabriele Wolff schon nach kurzer Zeit fest: „Wenn einer schiebt, dann geht es”. Für Hollenbach ein Kritikpunkt, den er gleich aufnahm: „Durch den Regen sind die großen Steine nach oben gewandert. Das muss noch besser verdichtet werden, dann fährt es sich auch leichter mit einem Rollstuhl oder einem Gehwagen”. Dieser Belag ist nur auf dem Hauptweg des rund drei Kilometer langen Rundkurses aufgebracht, von dort zweigen Wege mit Holzhackschnitzelbelag ab. Mit dem Landschaftsumbau wurde bereits im August 2018 begonnen, Hollenbach betonte, dass auch dabei wieder zahlreiche Unterstützung von freiwilligen Helfern aus Gruppen des Moorinformationszentrums gekommen ist. So wurde die Fläche nicht nur vom Bewuchs befreit, sondern auch der gesamte Oberboden wurde abgeschoben. Damit sind die Voraussetzungen geschaffen worden, dass sich die Heide wieder ausbreiten beziehungsweise ansiedeln kann. Aussaastsamen von der Helstorfer Reiterheide wurde gesammelt und in Resse in den Boden gebracht. Gästeführerin Mararete Mahler erinnert sich noch, dass bis in die 80ziger Jahre die Heide am Ende der Osterbergstraße noch blühte: „Es gab hier früher sogar ein Heidefest”, berichtete sie der Gruppe. Ohne entsprechende Pflegemaßnahmen in der Zukunft wird es kaum dazu kommen, denn Flächen, auf denen die Heide gedeihen kann, vertragen keinen üppigen Bewuchs zum Beispiel durch Bäume oder Büsche. „Wir werden sicherlich etwa im dritten Jahr entsprechend eingreifen”, sagte Hollenbach. Vorstellbar wäre zum Beispiel das Beweiden durch Schafe, wie es in der Lüneburger Heide auch regelmäßig geschehe. Halter einer kleinen Herde in Resse hätten schon Bereitschaft bekundet und ebenso Wedemarks noch neuer Umweltschutzbeauftragter, René Rakebrandt, würde einspringen. Auch er hält privat eine kleine Herde. Investiert hat die Region für die Renaturierung und Gestaltung der Heidefläche rund 600.000 Euro, wie Hollenbach erklärte. Die offizielle Einweihung ist für den 17. Mai vorgesehen.

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