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Modellprojekt „RE_StaRT2“ hilft in der Region Hannover

Region (r/j). „Wir wollen die Menschen schon dann erreichen, wenn die erste Miete nicht gezahlt wurde, nicht erst, wenn der Gerichtsvollzieher vor der Tü̈r steht oder die Wohnung schon verloren ist“, sagt Jessica Kind. Die Sozialarbeiterin und Religionspädagogin ist gemeinsam mit ihrer Kollegin Alryn Zarske in der ambulante Sozialberatung „RE_StaRT2“ in den Kommunen in der nordöstlichen Region Hannover tätig. Ihre Zielgruppe sind Menschen, die von Wohnungslosigkeit bedroht oder bereits wohnungslos geworden sind. „So etwas kann manchmal ganz schnell gehen“, erklärt Jessica Kind. „Wenn beispielsweise die Hauptverdienerin oder der Hauptverdiener durch Arbeitslosigkeit oder Krankheit ausfällt, kann das oft schon dazu führen, dass der Verlust der Wohnung droht.“ Häufig kämen bei Klientinnen und Klienten aber auch weitere Probleme wie hohe Schulden, eine Trennung oder häusliche Gewalt hinzu. Ziel der Beratung ist es, Menschen in besonderen sozialen Schwierigkeiten dabei zu helfen, passgenaue Hilfe in Anspruch zu nehmen; dazu ist auch die Begleitung zu Beratungsstellen, Behörden, Anwälten, Gerichten oder Einrichtungen im Gesundheitswesen möglich. „Wir betreiben aber keine aktive Wohnungssuche“, stellt Jessica Kind klar. Die Arbeit im Projekt RE_StaRT2 erfolgt ambulant, aufsuchend und niedrigschwellig: Kind, Zarske und zwei weitere Kollegen, die in den Kommunen südwestlich von Hannover unterwegs sind, haben zwar ein Büro, sind aber den größten Teil ihrer Arbeitszeit unterwegs. Hilfesuchende können per Mobiltelefon, SMS oder Mail kurzfristig einen Beratungstermin vereinbaren; sie dürfen anonym bleiben und den Ort des Erstgesprächs frei wählen. „Das kann in einem Café sein, bei einer Klientin zuhause oder sogar im Auto, wenn es sonst keinen Ort gibt“, erzählt Jessica Kind aus ihrer Erfahrung. Auch Mitarbeitende anderer Einrichtungen, Nachbarinnen oder Vermieter können den Kontakt herstellen. RE_StaRT2 ist ein zunächst auf die Jahre 2019 und 2020 angelegtes Modellprojekt fü̈r die Region Hannover mit Ausnahme der Stadt Hannover. Träger sind der Diakonieverband Hannover-Land und der hannoversche Verein Werkheim; finanziert wird das Projekt aus europäischen und Bundesmitteln sowie durch die Region Hannover, die das Projekt koordiniert. Neben der Einzelfallhilfe ist es auch Ziel von RE_StaRT2, Brü̈cken innerhalb der Hilfesysteme zu bauen und die Zugänge für Klientinnen und Klienten mithilfe einer Vernetzung zwischen den Einrichtungen zu erleichtern. Die Mitarbeiterinnen von RE_StaRT2 sind werktags ü̈ber Telefon oder Mail direkt zu erreichen: (0175) 822 14 30 oder Kind@restart2-hannover.de (Jessica Kind) sowie (0175) 829 63 34 oder Zarske@restart2-hannover.de (Alryn Zarske).

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