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Mit Löcherblech und Aluband zur Kita-Kunst

Resse (sg). „Wisst ihr noch, wie das hier heißt?“ fragt Kerstin Jacob von der Kinder & Jugend Kunstschule Wedemark die sieben Kinder, die gerade hochkonzentriert am Tisch sitzen und unterschiedliche Materialien mit Aluklebeband auf kleinen Holzplatten fixieren. „Nein“, schallt es sofort im Chor zurück, nachdem die Kinder kurz aufgeblickt hatten. Jacob fordert die Kinder auf, das hochgehaltene Material noch einmal in Ruhe anzuschauen. „Aber ihr wisst sicher noch, wie wir darüber gesprochen haben? Schaut noch mal her, was ist das hier?“ Nun hat sie volle Aufmerksamkeit und sofort kommt die Antwort. „Löcher“, ruft eines der Kinder, „Blech“, ein anderes. Und schon ist mit einem kleinen Umweg über Löcherblech der korrekte Begriff gefunden, ein Lochblech hatte sie den Kindern gezeigt. Die Region Hannover fördert mit 20.000 Euro jährlich Projekte in Kindertageseinrichtungen, bei denen Vorschulkinder durch künstlerische Arbeit mit verschiedenen Materialien und Techniken sprachlich gefördert werden. „Kinder lernen Sprache im Tun“, erklärt Barbara Westkamp-Vogel, die bei der Region Hannover für die Qualitätsförderung von Kitas und für die Sprachbildung zuständig ist. Bei den geförderten Projekten gehe es um die Unterstützung beim Erlernen der sogenannten Bildungssprache, also zum Beispiel um Materialbezeichungen, das Formulieren von Ideen und Absichten und auch das Befolgen von Anweisungen. Jedes Jahr bewerben sich etwa fünf bis sieben Kitas aus der Region um diese Projektgelder. So auch die ev. Kita Resse, die von der Region mit 3.000 Euro unterstützt wird und in Kooperation mit der Kinderkunstschule und deren Dozenten Kerstin Jacob und Andree Woosmann das Projekt „Kita-Kunst, sie dreht sich und bewegt sich“ umsetzt. Der aktuelle Kurs läuft seit den Sommerferien und bietet 22 Kindern, die nächsten Sommer in die Schule kommen, die Gelegenheit, in zwei Gruppen jeden Mittwochvormittag für jeweils eine Stunde kreativ und künstlerisch tätig zu sein. Die beiden Dozenten vermitteln, unterstützt von den Erziehern, den Kindern unterschiedlichste Techniken im Umgang mit Holz, Farben oder sogenannten „bedeutungsoffenen“ Materialien wie Büroklammern, Wellpappe, Zahnrädern, Pfeifenreinigern oder zerschnittenen Gardinen. Doch egal, um welche Technik und um welches Material es sich handelt – im Mittelpunkt steht immer die Sprache.

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