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Gemeinde hat jetzt einen eigenen Digitalisierungsbeauftragten

Wedemark (jo). Der 41-jährige Kai Wagner ist neuer Digitalisierungsbeauftragter der Gemeinde Wedemark – und wurde am 15. April in analoger Form offiziell von Bürgermeister Helge Zychlinski im Sitzungsraum des Bürgerhauses in Bissendorf vorgestellt. „Wir haben diese Stabstelle schon 2020 in den Stellenplan aufgenommen, zu einer Zeit, als Corona in dieser Dimension noch nicht zu ahnen war”, sagte Zychlinski. „Wir waren bis dahin noch nicht komplett in das Thema eingestiegen, auch weil die notwendigen Ressourcen dafür noch nicht vorhanden waren.” Schließlich habe man ganz bewusst bei der Stellenausschreibunng nach einem Verwaltungsfachmann gesucht, mit der entsprechenden Affinität zur IT-Technik: „Für die ganz speziellen IT-Aufgaben haben wir einen Spezialisten. Aber die Anforderungen an die digitale Umstellung von ganz unterschiedlichen Verwaltungsabläufen erfordert auch die Kenntnis genau dieser Abläufe”. Umso erfreulicher sei es gewesen, dass mit Kai Wagner ein Mitarbeiter aus dem Haus die Kriterien des Assesment-Auswahlverfahrens gegen externe Bewerber für sich habe entscheiden können. Wagner hat seine Verwaltungsausbildung bei der Samtgemeinde Schwarmstedt absolviert und war seit 2002 im Vorbereitungsdienst für die Beamtenlaufbahn der Gemeinde Wedemark beschäftigt, von 2008 bis Januar 2021 war er zuletzt Teamleiter Finanzen und Steuern sowie stellvertretender Fachbereichsleiter. Dabei gehörte nicht nur die Bertreuung der Fianzsoftware dazu, sondern ebenso die Einführung der digitalen Steuerakte. Seit Februar gibt es die neue Stabstelle S5, die direkt dem Bürgermeister zugeordnet ist. Aktuell ist Wagner dabei, ein Projektteam aus Mitarbeitern aus dem Haus aufzubauen, um die einzelnen Bausteine der Digitalisierung voranzubringen. Erster bereits vollzogener Schritt war der Neuaufbau der Internetseite der Gemeinde Wedemark, die seit Dezember 2020 läuft. Erst mit dieser Neuerung sei es möglich, Schritt für Schritt auch zunehmend Dienstleistungen für die Bürgerinnen und Bürger in digitaler Form anzubieten: „Wir sind mit dem Niedersächsichen Verwaltungsportal verknüpft und damit können wir auch dort auf erste Dienstleitungen zurück greifen”, erklärte Wagner. Bereits online nutzbar ist das Anmeldeportal mit digitaler Weiterleitung für die Kitaplätze. Darüber hinaus lassen sich Termine für einen Besuch im Bürgerbüro vereinbaren, die Statusabfrage nach Beantragung eines Personalausweises ist online möglich und auch die Beantragung von Briefwahlunterlagen und das Ratsinformationssystem läuft ebenfalls. Zum Download stehen umfangreiche Informationen und Vordrucke zu verschiedenen Leistungen zur Verfügung, unter anderem ein Corona-Newsletter, den man sich über den Link https://www.wedemark.de/newsletter direkt an seine private Email-Adresse schicken lassen kann. Mehr steckt noch hinter der internen Digitalisierung, die an Verwaltungen nicht nur in Sachen Datenschutz besondere Anforderungen stellt. Unter anderem geht es dabei um die Annahme elektronischer Rechnungen, die in einem speziellen Dateiformat übermittelt werden müssen und können. Dazu gehören auch die Haushaltsansätze in der Planungphase, die Übergabe von Buchungen aus Fachsoftware über Schnittstellen an das Finanzprogramm, Sitzungsvorlagen und Zeiterfassungsmöglichkeiten. Neben der Einführung digitaler Arbeitsabläufe beziehungsweise die Umstellung von analog auf digital, ist der Ausbau der Onlinedienste für die Bürgerinnen und Bürger vorgesehen. Dabei wird es unter anderem um die Einbindung von Antragswesen aus Fachverfahren gehen, die Nutzung des Servicekontos des Landes Niedersachsen zur Authentifizierung und auch das E-Payment, über das eine direkte Zahlung von Leistungen bei Beantragung von diversen Unterlagen möglich sein wird. Eingebunden in das Bezahlsystem sollen unterschiedliche Zahldienstleister wie zum Beispiel Paypal, Visa oder Lastschriftverfahren werden. Damit wird es auch möglich sein, Personenstandsurkunden zu beantragen und die fälligen Gebühren dafür online zu entrichten. Das vereinfacht zum Beispiel Anträge auf Auszüge aus dem Geburtsregister aus dem jeweils zuständigen Standesamt, die notwenig sind, wenn man eine Eheschließung in einem anderen Standesamt plant: „Die Urkunden selbst werden dann nach wie vor in Papierform zugeschickt”, erläuterte Zychlinski, denn für Urkunden gelten besondere Regeln. Ebenfalls soll es bald möglich sein, An- und Ummeldungen nach Umzügen online zu erledigen und so entsprechende Meldebescheinigungen zu erhalten. Auch Bauanträge werden gestellt werden können, genau wie Betreuungsleistungen im Kinder- und Jugendbereich. Über die jeweiligen Fortschritte vor allem über die Neuerungen im Bereich der Dienstleistungen für den Bürgerservice soll regelmäßig informiert werden. „Wir sind schon auf einem guten Weg, aber es gibt noch Potential für die Zukunft”, stellte Zychlinski fest: „Wir als Kommune können uns in dieser Beziehung aber nicht mit Großstädten vergleichen. Wir haben für die Digitalisierung jetzt einen wichtigen Schritt gemacht, für den wir im Haushalt 60.000 Euro eingestellt haben.”

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