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Feuerwehr bildet ihre Einsatzkräfte im Brandcontainer aus

Elze (kh). Es wurde wieder sehr heiß für die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Wedemark. Am vergangenen Samstag, 30. November, hatte die Feuerwehr einen eigens aus Melle angereisten 40-Tonner mit mobilem Brandcontainer vor dem Feuerwehrgerätehaus in Elze platziert, um 54 Atemschutzgeräteträger (AGT) auf den Real-Einsatz vorzubereiten. „Neben neuen AGT-lern sind aber auch ein paar erfahren Einsatzkräfte dabei“ berichtet der stellvertretende Gemeindebrandmeister Sebastian Jagau. Er hatte zusammen mit den beiden Atemschutzbeauftragten Eike Brünn und Benjamin Stark die Übung begleitet und betreut. Je ein Angriffstrupp bestehend aus zwei Einsatzkräften betrat das simulierte Brandgeschehen vom Dach des Containers aus. Zunächst mussten sie dort einen Treppenhausbrand bekämpfen, um die Stufen hinunter in den nächsten Raum nutzen zu können. Dort standen brennende Gasflaschen, die heruntergekühlt und verschlossen werden mussten. „Ziel ist es, die Gaszufuhr durch Zudrehen des Ventilrades zu unterbinden und dem Feuer somit keinen Nährstoff mehr zu geben“ erklärt Jagau weiter. War diese Aufgabe erfüllt, warteten auch schon die nächsten Ereignisse auf die Brandbekämpfer. Ein brennendes Sofa, gefolgt von einem brennenden Kleiderschrank waren in der auftretenden Reihenfolge zu löschen. Zu guter Letzt stand das im Real-Einsatz wohl gefährlichste Szenario auf dem Programm. Bei diesem gefürchteten Ereignis entzünden sich heiße Gase, die sich unter der Decke eines Raumes bilden, schlagartig durch Zufuhr von Sauerstoff. Diese Durchzündung nennen die Brandbekämpfer „Flashover“ und sie stellt eine große Gefahr für Leib und Leben der Ehrenamtlichen dar. Hierauf vorbereitet zu sein und im Ernstfall richtig reagieren zu können ist das Ziel dieser letzten Übung. Nach etwa 15 bis 20 Minuten sind die Einsatzkräfte fertig – mit den Übungen, aber mitunter auch körperlich. Die gesamte Zeit angespannt und in schwerer Ausrüstung durch heiße, dunkle Gänge und Kammern zu gehen, mit einem durch die Atemschutzmaske eingeschränktem Sichtfeld, dabei den schweren Schlauch im Schlepptau, das verlangt den Einsatzkräften alles ab. Aber genau so verhält es sich auch in einem echten Brandgeschehen, wenn die Freiwilligen sich am Brandherd platzieren und ihr in der Ausbildung und den Übungen erlangtes Fachwissen anwenden können. Die Gemeindefeuerwehr möchte nun etwa alle zwei Jahre den mobilen Brandcontainer ins Programm aufnehmen, der in der Stunde etwa 250 bis 300 Euro kostet. Während der gesamten Übung sitzt ein Kontrolleur im Leitstand des Containers, der die Szenarien steuert und im Notfall alles abschalten kann. Begleitet werden die Absolventen von Ausbildern der Gemeindefeuerwehr, die zum Teil noch während der Übung wichtige Tipps geben und im ausführlichen Nachgespräch erklären, was gut war oder besser hätte laufen können. Bereits um 7 Uhr morgens begannen die ersten Rettungseinheiten mit der Übung, nach rund zehn Stunden waren alle 54 Einsatzkräfte durch. Jagau ist zufrieden mit seinen Feuerwehrleuten und mit dem Verlauf des anstrengenden Übungs-Tages. Die Brandbekämpfer in der Wedemark sind auf jeden Fall wieder ein Stück besser auf Unglücksfälle vorbereitet.

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