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Eine Reise in das biblische Jerusalem

Region (r/j). Eine Fortbildung voller intensiver Eindrücke liegt hinter den Mitgliedern des Kirchenkreiskonvents: Für vier Tage hielten sie sich in Jerusalem und in der Judäischen Wüste auf, besuchten historische Orte und Kirchen und führten Gespräche. Geführt wurde die Gruppe von Jens Wening, dessen umfassende theologische, archäologische und religionspädagogische Kenntnisse die Reise zu einem besonderen Erlebnis werden ließen. Nach der morgendlichen Andacht im Garten oder in der Kapelle des Maison d’Abraham, in dem die Gruppe Quartier bezogen hatte, führte ein Fußmarsch sie während der ersten beiden Fortbildungstage über den alten jüdischen Friedhof am Ölberg zu mehreren sehr unterschiedlichen Kirchen. Besucht wurden unter anderem die Kirche Dominus Flevit („Der Herr weint“), die ein italienischer Architekt in Form einer stilisierten Träne erbaute, die russisch-orthodoxe Maria-Magdalena-Kirche mit ihrem reichen Bilderschmuck, die römisch-katholische Kirche der Nationen und das Mariengrab. Viele Stufen führen hinab in diese griechisch-orthodoxe Kirche mit ihren schwarz verräucherten Wänden und den unzähligen Öllampen; genutzt wird sie auch von syrisch-, koptisch- und äthiopisch-orthodoxen Gläubigen. Durch das Kidrontal, das die Altstadt Jerusalems vom Ölberg trennt, führte der Weg die Gruppe zum Gartengrab, das von internationalen Freiwilligen betreut wird, und weiter zur Via Dolorosa im muslimischen Teil Jerusalems und zur Klagemauer. Natürlich bot dieser heiligste Ort des Judentums, von dem aus nur einen Steinwurf entfernt die Al-Aqsa-Moschee steht, auch Anlass zum Gespräch über den jüdisch-palästinensischen Konflikt. Um die betenden Gläubigen und die Klagemauer zu schützen, gibt es an allen Zugängen zu der erhaltenen Mauer des früheren jüdischen Tempels Sicherheitskontrollen. Die Reisenden aus dem Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen besuchten unter anderem das Armenische Viertel, das Grab Oskar Schindlers auf dem Franziskanerfriedhof am Berg Zion und reihten sich in die Schlange vor dem leeren Jesus-Grab in der Grabeskirche ein. Sechs christliche Konfessionen verwalten diese chaotisch-verbaut anmutende Kirche; jede von ihnen wacht misstrauisch darüber, dass der Nachbar nicht etwa sein Territorium ausweitet. Die Folge sind Anekdoten wie die von der hölzernen Leiter, die seit Jahrzehnten in luftiger Höhe auf einem Sims der Grabeskirche steht und nicht entfernt werden darf, da sich daraus ein Gebietsanspruch ableiten ließe. Gabriele Zander, Pfarrerin der EKD im Evangelischen Pilger- und Begegnungszentrum der Kaiserin-Auguste-Victoria-Stiftung, begrüßte die Gruppe in der Himmelfahrtskirche auf dem Ölberg. Die Fortbildungsreise endete mit Besuchen in der Gedenk- und Dokumentationsstätte Yad Vashem und im Israel-Museum. Hier hatte die Gruppe die ­Möglichkeit, an einem großen Modell Jerusalems zur Zeit Jesu die besuchten Orte räumlich einzuordnen und eine Vorstellung von der damaligen Situation auf dem Tempelberg zu gewinnen. Ein Aha-Erlebnis hatte auch Reiseleiter Jens Wening: „Jetzt verstehe ich diese Hirtentexte noch mal ganz anders“, stellte er fest, nachdem auch das letzte Schäflein der Gruppe den ­wartenden Bus zum Flughafen erreicht hatte.

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