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Der Staatsminister „brummte” mit der WedeBiene durch’s Dorf

Wedemark (jo). „Wie sind sie eigentlich auf den originellen Namen ‘Wedebiene’ gekommen?”, interessierte sich der Staatsminister im Kanzleramt, Dr. Hendrik Hoppenstedt, als er vergangene Wochen beim Verein des Bürgerbusses WedeBiene im Rahmen seiner Sommertour Station machte. Zeit hatte er sich mitgebracht und ließ sich umfassend über das seit gut einem Jahr erfolgreich laufende Bürgerbus-Projekt informieren. Und die Frage nach dem Namen war fix geklärt: „Das kam einfach, weil der Bus durch die ganze Wedemark brummt, eben wie eine Biene”, sagte Eicke. Der Vorstand mit Frank Gerberding, Horst Eicke und Birgit ­Eicke-Wedegärtner nutzte die Gelegenheit, dem Bundestagsabgeordneten der CDU, den Werdegang und den Erfolg des Projektes vorzustellen. „Wie sind sie auf die Idee gekommen?, fragte Hoppenstedt: „eigentlich sind sie hier in der Kommune doch gut an den Öffentlichen Personennahverkehr angeschlossen. Allein die Möglichkeit, dass sie hier die S-Bahnanschlüsse haben, ist doch ein großer Vorteil”. Das bestätigten auch die Vorstandsmitglieder und warfen ein „Aber” ein: Wie kommt man von den einzelnen Dörfern zu den Bahnhöfen, wie kommt man zum Arzt oder zum Einkaufen, wie organisiert man einen Besuch bei Freunden in den Nachbarorten oder wie erledigt man seine Angelegenheiten, wenn man aus den unterschiedlichsten Gründen kein Fahrzeug zur Verfügung hat. Diese Fragen stellte sich vor gut zwei Jahren eine Gruppe aus Meitze, unter anderem war Karsten Molesch dabei einer der Aktiven. Es entstand die Idee, in der Wedemark einen Bürgerbus zu installieren, die Idee wurde öffentlich gemacht und stieß auf die entsprechende Resonanz. Zahlreiche rechtliche Fragen galt es zu klären und nicht zuletzt die Frage der Finanzierung eines geeigneten Fahrzeuges. Sehr geholfen hat in dieser Zeit der Kontakt zu einem Verein, der in ähnlicher Form bereits aktiv war und den Gründern des Vereins WedeBiene beratend zur Seite stand. Mittlerweile hat der Verein, der es sich auf die Fahnen geschrieben hat, vor allem bedürftigen Menschen mit dem Fahrdienstangebot dabei zu helfen, auch soziale Kontakte zu pflegen. 140 zahlende Mitglieder, die die Dienstleitung regelmäßig nutzen, stehen mittlerweile in den Listen. Allerdings habe das erste Jahr Erfahrung auch einige Änderungen mit sich gebracht, erklärte Frank Gerberding: „Fahrten müssen nun spätestens zwei bis drei Tage vor dem Wunschtermin angemeldet werden. Termine für den Folgemonat können jeweils immer erst in der letzten Woche des aktuellen Monats gebucht werden”. Diese Regelung sei notwendig gewesen, weil Mitglieder zu häufig schon Monate im Voraus hätten buchen wollen: „Das hätte uns aber ein großes Stück Handlungsspielraum weggenommen”, so Gerberding: „durch das Blockieren der Biene wären wir nicht mehr ausreichend flexibel. Es müssen alle Vereinsmitglieder zum Zuge kommen können”. Auch etwas anderes habe sich inzwischen gezeigt: Der Bedarf für ein weiteres Fahrzeug sei da. Allerdings müsse dies kein Bus sein mit acht Fahrgastplätzen sowie einer Rollstuhlrampe, ein normaler, etwas größerer Pkw wäre geeigneter. Hoppenstedt interessierte sich auch für die Organisation im Hintergrund, die genau wie die Arbeit der eingeteilten Fahrer ausnahmslos von ehrenamtlichen Mitarbeitern erledigt wird. Aktuell teilen sich 19 Fahrer die Arbeit, sieben Mitarbeiter übernehmen die Telefon-Hotline. Weitere Fahrer wären für die Aufteilung des Dienstplanes willkommen, so Eicke: „Dann wären Fehlzeiten oder Urlaubszeiten leichter aufzufangen.” Und wie es sich anfühlt, mit der WedeBiene über die Straßen zu „brummen”, das testete Hoppenstedt bei einer kurzen Fahrgasttour. Kaum wieder zurück am Ausgangsort und am Standort der WedeBiene bemerkte er, dass er unterwegs durchaus auch Kritik zu hören bekommen habe: „Die Gemeinde tut zu wenig und die Biene war lange defekt”, habe man ihm erzählt. Frank Gerberding konnte dem entgegnen, dass die WedeBiene tatsächlich für mehrere Wochen zur Reparatur gewesen sei: „Sie war in der Autowerkstatt in meinem Autohaus in Garbsen”, erläuterte er: „es musste ein neuer Motor besorgt werden, der dort dann zum Materialpreis eingebaut wurde. Ganze zwei Tage konnte der Bürgerbus nicht fahren, dann konnten wir den Ausfall mit einem von der Gemeinde zur Verfügung gestellten Fahrzeug überbrücken und schließlich wurde ein Ersatzfahrzeug eingesetzt”. Grundsätzlich sei die Resonanz der Fahrgäste aber positiv und den Fahrern werde oft eine große Herzlichkeit entgegengebracht: „Das ist es, was der Verein erreichen will. Den Menschen die Möglichkeit geben, ein Stück Mobiliät zu bekommen und zu halten”.

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