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Das Schnelltestangebot in der Wedemark nimmt immer mehr Fahrt auf

In Mellendorf laufen die Tests inzwischen routiniert – Station in Gailhof geht am 6. April an den Start

Wedemark (jo). Seit Tagen zeigt die Tendenz der Neuinfektionen in der Region nach oben, aktuell liegt die Gemeinde Wedemark im Vergleich eher wieder im unteren Bereich der Inzidenzzahlen aller zur Region zählenden Kommunen: „Das kann sich aber auch bei uns ganz schnell ändern”, mahnt Zychlinski. Ein Baustein, die Infektionsketten zu unterbrechen, sind Schnelltestangebote, die seit dem 22. März auch in der Wedemark vorbehalten werden können. Das erste Schnelltestzentrum hat an diesem Tag in Mellenndorf, Industriestraße 40, seine Arbeit aufgenommen. Ab kommenden Dienstag, 6. April, können Bürgerinnen und Bürger sich auch auf dem Firmengelände der Firma Ebeling in Gailhof, An der Autobahn 9-11, testen lassen. An beiden Stationen ist der Testablauf ähnlich organisiert: Um Ansammlungen von Menschen zu vermeiden, sollen im Vorfeld Termine für eine Testung vereinbart werden. In die Teststationen unter großen Zeltdächern kann man mit dem Auto im Drive-in-Verfahren einfahren und ohne auszusteigen nach dem Abstrich weiter fahren. Dies, so betonten Bürgermeister Helge Zychlinski und die beiden Geschäftsführer des Pflegedienstes Caspar & Dase, Kai und Jan Dase, bei der Eröffnung ihres Schnelltestzentrums sei genau so gewollt: „Wir wollen hier möglichst ohne langen Aufenthalt für alle Testwilligen arbeiten. Damit das klappen kann, hat unsere Nachbarfirma Wulf Schleiftechnik ihre Parkfläche zur Verfügung gestellt.“ Ganz am Ende der Industriestraße in Mellendorf geht es deshalb über eine geöffnete Toreinfahrt auf die Parkfläche und dann zügig weiter zu den jeweils zwei qualifizierten Mitarbeitern des Pflegedienstes, die den Nasen-Rachenabstrich fachmännisch nehmen. Nach dem gleiche Prinzip wird auch die zweite Station arbeiten, die unter der Regie der Sozialstation laufen wird. „Damit können wir die Kapazitäten deutlich ausbauen und die zweite Teststation wird auch zu anderen Öffnungszeiten für die Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung stehen”, so Zychlinski . Ausgewertet werden die Tests jeweils direkt vor Ort, wie Kai Dase und der Geschäftsführer der Sozialstation übereinstimmend erläuterte. Dase: „Sollte ein Test positiv ausfallen, wird der oder diejenige sofort von uns kontaktiert. Denn der allererste Schritt bei solch einem Befund ist, den Infizierten sofort zu isolieren. Das heißt im Praxisfall auch, dass derjenige seine Aktivitäten wie einkaufen oder arbeiten sofort abbrechen soll und sich in Quarantäne begeben muss.“ Durch die Kooperation seines Pflegedienstes mit einer Arztpraxis in Mellendorf wird dann der genauere PCR-Test veranlasst und darüber hinaus wird das Gesundheitsamt informiert. Das gleiche Verfahren wird auch in Gailhof in die Praxis umgesetzt. „Wieder einmal haben wir in der Wedemark gezeigt, wie schnell und flexibel wir sein können, wenn alle zusammenhalten“, so Bürgermeister Helge Zychlinski.  Für das Zentrum in Mellendorf sei die Umsetzung besonders schnell gelungen, erfreulich sei nun, dass es ein zweites Testangebot geben könne. Und dass vor allem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der beiden Betreiber der Teststationen ein hohes Maß an Engagement für diese Aufgabe mitbringen, darüber waren sich Helge Zychlinski, die Brüder Dase und Wilfried Plumhof einig: „Es ist toll, was hier von ihnen geleistet wird, an einem Einsatzort, an dem nicht jeder arbeiten möchte.” Noch nicht endgültig geklärt ist, wie die einzelnen Posten jeweils mit der Kassenärtzlichen Vereinigung abgerechnet werden können. „Als uns Helge Zychlinksi fragte, ob wir ebenfalls eine Teststation einrichten können, haben wir nach einer geeigneten Lokalität gesucht und sofort von der Firma Ebeling die Zusage bekommen”, sagte Plumhof. Auf dem Firmengelände wurden inzwischen bereits die Zelte aufgebaut, für den kaufmännischen Teil der Arbeit wurde ein Container aufgestellt. „Wir werden in diesem Bereich auch personell unterstützen”, kündigte Viola Ebeling an. Zychlinski rechnete vor, dass für die Logistik und den Personalaufwand etwa 6 Euro berechnet werden, für die einzelnen Test-Kits noch einmal 12 Euro. Und Zeit, die Abrechnungsmodalitäten im Detail zu klären, sei in dieser Situation zweitrangig: „Die Hauptsache ist erst einmal, dass die Tests zügig weiterlaufen beziehungsweise starten können. Das er mit dieser Einstellung nicht alleine ist, haben ihm Kai und Jan Dase ebenso bestätigt wie Wilfried Plumhof. „Ich habe wirklich selten so viel Zusammenhalt zwischen der Gemeinde und den Nachbarfirmen erlebt“, schilderte Dase seine Erfahrungen: „Wir sind sogar darauf angesprochen worden, dass wir uns melden sollen, falls weitere Unterstützung notwendig ist“, freute er sich. „Dadurch, dass alle Unternehmen und Institutionen hier zusammenarbeiten, ergibt sich eine wirkliche Bereicherung für die Menschen in der Wedemark, das ist großartig. Selbst wenn im Betrieb Engpässe entstehen sollten, bin ich zuversichtlich, dass wir die problemlos gemeinsam überbrücken.“ Dabei spielen natürlich die Test-Kits in ausreichender Menge keine unwesentliche Rolle, die wie schon bei der ersten Welle die medizinische Schutzausrüstung für die Arztpraxen über die Bissendorfer Firma amec bezogen werden konnten: „Zunächst stehen uns 12.500 Tests zur Verfügung. Und wenn die Abrechnung mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) zeitlich zu wünschen übrig lässt, werden wir als Gemeinde Wedemark die Vorfinanzierung übernehmen,.“ signalisierte Zychnlinski. In Mellendorf können aktuell pro Woche rund 800 Tests vorgenommen werden. Wenn sich herausstellen sollte, dass der Bedarf dort größer wird, hat der Mellendorfer TV bereits signalisiert, für eine Ausweitung das Gelände seines Parkplatzes in direkter Nachbarschaft ebenfalls zur Verfügung zu stellen. In Gailhof hat die Sozialstation gleich zwei nebeneinanderliegende Testzelte aufbauen lassen: „Wir schätzen, dass wie so zwischen 200 und 250 Tests pro Tag erledigen können”, so Plumhof.

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