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70 Jahre LandFrauen

Wedemark (jo). Im Kreisverband Burgdorf ist der LandFrauenverein Wedemark die nördlichste Gruppe in der Region Hannover. Am kommenden Freitag feiert der Verein mit seinen aktuell 400 Mitgliedern das 70-jährige Bestehen im Gasthaus Goltermann in Elze. Und zu diesem Anlass bietet sich die Gelegenheit, einen Blick zurück zu werfen zu den Anfängen: Bevor es die heutigen LandFrauenverbände gab, war es bereits Ende des 19. Jahrhunderts Elisabeth Boehm, die auf dem Land Hausfrauenvereine gründete. Ihr Ziel war es damals schon, Frauen aus dem ländlichen Raum an die Verein zu binden, um so nicht nur für die ländlich-hauswirtschaftliche Weiterbildung zu sorgen, sondern auch um ihnen die Möglichkeit einer kulturellen Bildung zu bieten. Die Machtübernahme durch die NSDAP im Dritten Reich bedeutete 1934 das Aus für diese Zusammenschlüsse, die Hausfrauenvereine mussten aufgelöst werden und wurden in den Reichsnährstand eingegliedert. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs waren es engagierte Frauen, die noch in der amerikanischen Besatzungszone die ersten LandFrauenvereine gründeten und damit wieder an die Tradition der landwirtschaftlichen Hausfrauenvereine anknüpften. Treibende Kraft für deren Zusammenfassung war Marie-Luise Gräfin Leutrum zu Ertingen, und so schlossen sich am 19. August 1947 die einzelnen Vereine zur „Arbeitsgemeinschaft der Landfrauenverbäne“ zusammen, ein Jahr später wurde Gräfin Leutrum zur ersten Präsidentin des LandFrauenverbandes gewählt. Und so hat sich in den vergangenen sieben Jahrzehnten der Deutsche LandFrauenverband zum bundesweit größten Verband für Frauen die auf dem Land leben entwickelt. Nach der Wiedervereinigung in 1990 gründeten sich auch in den neuen Bundesländern die LandFrauenvereine, heute zählt der Bundesverband 22 Landes-LandFrauenverbände mit rund 430 Kreis- und mehr als 12.000 Ortsvereinen und insgesamt rund 500.000 Mitgliedern. Die Geschichte des LandFrauenvereins Wedemark begann am 24. Februar, damals waren es ausschließlich Bäuerinnen, die sich mit den Themen der damaligen Zeit auseinander setzten: Kindererziehung, Gesundheit, Hauswirtschaft und Garten. Dazu kamen Kochveranstaltungen und auch gemeinsame Freizeitunternehmungen. Heute hat sich dieses Bild deutlich gewandelt, aktuell gehören 400 Mitglieder dem LandFrauenverein Wedemark an, dessen Einzugsgebiet über 22 Ortschaften einschließlich Fuhrberg reicht. Margrid Heuer ist seit 2011 Vorsitzende und ist damit in die Fußstapfen ihrer Vorgängerinnen getreten. Martha Beulshausen war als Mitgründerin für zwei Jahre im Amt, es folgte Else Hemme von 1952 bis 1962 und schließlich Hilde Hemme von bis 1974 und dann Irene Hemme aus Sprockhof. Sie wurde später darüber hinaus als Kreisvorsitzende im Altkreis Burgdorf aktiv. Von 1989 bis 1999 übernahm Annemarie Döpke diese Aufgabe, die sie dann an Hannelore Hemme weiter gab. Und längst sind es nicht mehr nur Bäuerinnen, die die Vorzüge des Vereinslebens der LandFrauen zu schätzen wissen, sondern sie kommen aus allen Berufen und Schichten, ihnen gemeinsam ist, dass sie sich den ländlichen Raum als Lebensmittelpunkt ausgesucht haben. „Wir sind eine Gemeinschaft von Frauen jeden Alters, aus allen Berufen und Lebenssituationen. Etwa 15 Prozent unserer Mitglieder heute kommen aus der Landwirtschaft“, weiß Margret Heuer. Regelmäßig finden die Treffen an wechselnden Orten in der Wedemark statt, bei denen auch den Veränderungen und Herausforderungen der gesellschaftlichen Entwicklung Rechnung getragen wird. So werden unter anderem Themen wie aktuelle Politik, Wirtschaft und die digitale Entwicklung aufgegriffen. Referentinnen bieten Informationen aus erster Hand: „Dazu bieten wir immer wieder auch Workshops, Kurse und Seminare mit ganz unterschiedlichen Schwerpunkten an, angefangen von Familie, Frau, Gesellschaft, Bildung, Landwirtschaft, neue Medien sowie Kultur und Soziales“, sagte Heuer: „Eben alles, was von Interesse ist“. Und dabei sind alle Frauen willkommen, die die LandFrauen einfach einmal näher kennenlernen möchten oder sich vielleicht sogar dazu entscheiden, aktiv im Verein zu werden: „Seit fast 30 Jahren bin ich bei den LandFrauen, weil ich gerne mitmische und etwas bewege. Für mich sind die LandFrauen eine Mischung aus Bildungsarbeit, Interessenvertretung und Gemeinschaft. Das alles sind gute Gründe, dass ich mich dort immer noch gerne engagiere“. Tipp: Gäste sind bei den Treffen der LandFrauen immer gerne gesehen und können ganz unverbindlich an den Veranstaltungsangeboten teilnehmen.

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