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Projekt „Wie?Jetzt!“ endet in einem Festival

Wedemark (jo). Ein ganzes Jahr lang zog sich unter dem Projekt-Titel „Wie?Jetzt!“ Wedemark eine Veranstaltungsreihe durch das Kulturprogramm der Gemeinde Wedemark. Jeder einzelnen Aktion, wie Diskussionen, Lesungen Filmangeboten oder einer Kostümwerkstatt war eines dabei gemeinsam. Es ging um die Themen Demokratie, Frieden und Freiheit – und  wie heute und damals mit diesen Begriffen und ihren Inhalten umgegangen wurde und wird. Beim Start des Projektes, das finanziell von der Region Hannover sowie der Sport- und Lottostiftung unterstützt wurde, waren die Antworten auf diese Fragen bewusst offen gehalten, wie bei der ersten Vorstellung Wedemarks Kulturbeauftragte Angela von Mirbach erläuterte: „Es wird sich zeigen, was sich entwickelt“, sagte sie damals. Inzwischen hat sich das Projekt entwickelt, immerhin hat es im Laufe der vergangenen Monate 24 Veranstaltungen gegeben, die genauso unterschiedlich waren wie deren Publikum. Was in den einzelnen Projekten erarbeitet wurde, was im Laufe des Jahres entstanden ist und welche Schlussfolgerungen sich ziehen lassen, wird Inhalt des Abschlussfestivals vom 17. bis 19. November sein. Dazu hat das Team um von Mirbach mit der Theaterpädagogin Bettina Montazem ein Programm zusammengestellt, das an vier verschiedenen Orten in der Gemeinde Wedemark zu erleben sein wird. Den Auftakt bildet eine Ausstellung im Bürgersaal in Bissendorf, die am Freitag, 17. November, um 17 Uhr von Bürgermeister Helge Zychlinski eröffnet wird. Hier präsentiert der Unicef-Arbeitskreis Südheide mit Christiane Freude an der Spitze Arbeiten von Kindern, die sich schwerpunktmäßig mit dem Thema „Frieden“ auseinandergesetzt haben. Unter anderem sind in Workshops hunderte von Origami-Schmetterlingen entstanden, die in vielen Kulturen die Symbolfigur für den Frieden sind. Dazu kommen Geschichten und Gedanken von Kindern, die unter anderem durch Flucht, Krieg oder andere Erfahrungen traumatisiert sind. Freude: „Es sind Gedichte dabei, die eine derartige Tiefe haben, die man eigentlich von Kindern nicht erwartet“. Ausstellungsbesucher können ihre Gedanken zum Thema auf Zetteln notieren, die an einer Pinwand gesammelt werden. Zweiter Ort wird das Heimantmuseum in Bissendorf im Obergeschoss der Gemeindebibliothek sein. Unter dem Titel „Zeugnisse aus dunkler Zeit – 1933 bis 1845“ wird das Thema der Nazi-Zeit aufgegriffen. Am 17. November wird es dort Lesungen im Bibliothektsraum geben, unter anderem aus Büchern von Maria Eilers mit Passagen über Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter in der Wedemark. Annemarie Döpke aus Bissendorf wird über den Besuch einer ehemaligen Zwangsarbeiterin berichten, die 1993 den Hof Döpke besuchte. Dazu wird Friedrich Niemeyer aus Brelingen über eine kleine Windmühle aus Holz berichten, die ein ehemaliger Kriegsgefangener mit einem Taschenmesser fertigte und zu Weihnachten der Familie Niemeyer als Dank für seine ­gute Behandlung überreichte. Zum ersten Mal werden im Heimatmuseum sogar Exponate aus dieser Zeit zu sehen sein: ein Stockbett, in denen die Zwangsarbeiter im Mellendorfer Emaillierwerk schliefen wird gezeigt und auch ein von Kriegsgefangenen gebastelter Puppenwagen gehört zu den Zeitzeugnissen. Weitere Kooperationspartner sind die Musikschule Wedemark, die IGS Wedemark, das Gymnasium Mellendorf, der Kulturverein Brelinger Mitte sowie einige Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung. Die Musikschule Wedemark erarbeitet derzeit noch ganz aktuell die Inszenierung der Themen in Tönen und szenischen Darstellungen gemeinsam mit rund 70 aktiven Schülern. Was am Ende auf der Bühne dem Publikum präsentiert wird, ist offen.

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